Tierschutz fängt bei der Gesundheit an!

Bevor wir unsere Tiere zur Vermittlung freigeben sind diese selbstverständlich hinsichtlich ihrer Gesundheit gründlich untersucht worden. Besonders bei Import-Hunden achten wir von Animal Advocate e.V. darauf, dass diese auf Borreliose, Ehrlichiose, Babesiose und vor allem Leishmaniose getestet sind. Desweiteren sind generelle Präventivmaßnahmen gegen Parasiten und die üblichen Impfungen obligatorisch. Zudem werden unsere Hunde grundsätzlich ALLE kastriert! Um diese medizinischen Grundversorgung gewährleisten zu können sind wir jedoch auf Spenden angewiesen. 

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

KONTAKT: sfoltin@web.de oder 0208 69 88 177

Rasseportraits

Da wir bestimmte Rassen öfter in der Vermittlung haben stellen wir sie hier kurz vor:

Spanischer Wasserhund - perro de aqua espanol

Das Ursprungsland dieser faszinierenden Rasse ist Andalusien, im Süden Spaniens, wo sie als Arbeitshunde der Fischer und Bauern dienen. Die traditionelle Arbeit des perro de aqua ist beispielweise als Helfer der Fischer um Netzte einzubringen oder Dinge aus dem Wasser zu apportieren. Er wird allerdings auch zum Hüten von Schafen Ziegen oder Schweinen benutzt. Heute arbeiten sie oft als Rettungs- oder Suchhunde.

Sein Wesen zeichnet sich aus durch Intelligenz, Lernfähigkeit, Robustheit und Ausdauer. Sie sind gute Familiehunde, freundliche und unermüdliche Spielkameraden, gut geeignet für vielseitigen Hundesport oder Fährtenarbeit. Was sie nicht vertragen ist es weggesperrt zu werden. Sie brauchen engen Kontakt zu ihren Menschen, sind sehr bindungsfähig und loyal. Im Wesen ruhig und anspruchslos, benötigen sie Aufgaben und Nähe. Sie lernen sehr schnell, sind aufmerksam, sensibel und anpassungsfähig.

Unsere Vermittlungshunde hatten bisher alle keinen Jagdtrieb und entsprachen sonst wirklich dieser liebenswerten, anhänglichen und lernbegeisterten Rasse, auch wenn sie schon als ältere Tiere in die Vermittlung kamen.

Da sie nicht haaren werden sie oft als "Allergikerhunde" bezeichnet (was man natürlich ausprobieren muss) - das macht sie pflegeleicht, da sie lediglich 1 bis 2 Mal im Jahr geschoren werden.

Eine tolle Rasse, die fast überall hinpasst, wenn man ihen die nötige Aufmerksamkeit und Liebe zukommen läßt!

Wollen sie mehr erfahren? Kontaktieren Sie mich oder gerne auch eines der neuen Zuhause!

 

Italienisches Windspiel

Eher das Gegenteil des Spanischen Wasserhundes ist das Italienische Windspiel.Das italienische Windspiel ist eine sehr alte Hunderasse, erste Funde soll es bereits im Jahre 3200 v.Chr. in Kairo gegeben haben.

Viele Künstler haben das italienische Maskottchen in ihren Werken verewigt. Als Besucher des Pio Clementino-Museums im Vatikan kann man die Statue eines Windspiels in Lebensgröße bewundern; sie entstand im ersten Jahrhundert vor Christi Geburt. Während der Renaissance hielt die Rasse dann auch in anderen europäischen Ländern Einzug und wurde begeistert empfangen. Zu den prominentesten Haltern zählten Franz I., Herzog von Lothringen, Ludwig XIV., Katharina von Medici und Friedrich der Große, der sogar selbst Windspiele züchtete.

Ende des 19. Jahrhunderts entstand im Norden Englands der Whippet, der bald sowohl in England als auch auf dem Kontinent eine beachtliche Zahl von Liebhabern fand und den bisher unangefochtenen, italienischen Liebling im Handumdrehen von seiner Spitzenposition verdrängte. Daher wurde schnell ein Standard festgelegt, der die Größe des Windspiels beträchtlich herabsetzte. Damit zählte es zur Kategorie der Toys, und das Windspiel degenerierte zu einem schwächlichen, krummbeinigen Knochengerüst mit riesigen Kugelaugen, den man leider heute auch noch findet.

Zu den Lieblingsbeschäftigungen des kleinen Windhundes zählt die Jagd. Die schnellsten Hunde erreichen auf der Windhundbahn auf einer 270 bis 350 m langen Strecke eine Geschwindigkeit von 11 bis 12 m pro Sekunde! Gut trainiert erreicht ein Windspiel eine Geschwindigkeit bis über 42 km/h.Sie sind anspruchsvoll in der Haltung, da sie hochintelligent und sehr aktiv sind - werden sie nicht gefordert verkümmern sie oder stellen jede Menge Unfug an. Sie sind lustig und sehr Charakterstark, binden sich sehr an Ihren Menschen und fremdeln anfangs anderen gegenüber - aber wenn sie jemanden mögen, kann man sich ihrern Liebesbezeugungen oft kaum erwehren!

Der Nachteil des Italienisches Windspiels ist leider inzwischen seine Krankheitsanfälligkeit. Die Rasse neigt zu Patellaluxationen, Epilepsie und Knochenbrüchen. Sie hat oft Zahn- und Zahnfleischprobleme. Wie bei allen Windhunden muss man bei der Anäethesie (bitte ISOFLURAN verwenden) sehr aufpassen. Frakturen sind häufig. Hypotheryose (niedrige Schilddrüsenfunktion) wird oft diagnostiziert. Verdünnte Farbe Alopezie (CDA) wird auch als Farb-Mutante Alopezie bekannt, wirkt sich auf die farbigen Bereiche der Haare aus, die verdünnten Schichten haben. Verdünnte Farben können blau, blau-Reh usw. sein. Der Haarausfall beginnt meist un der Aalstrich (Mitte des Rückens) und breitet sich dann aus.  Progressive retinale Atrophie (PRA) ist eine Augenerkrankung die vorkommt und zur Erblindung führt (nicht heilbar bisher). Legg-Perthe's disease (LPD) ist eine orthopädische krankheit die meist die Hüfte betrifft (degenerativ) Von-Willebrand-Syndrom (VWS) ist eine Erbkrankheit die die Blutgerinnung beeinflußt.

Von Wesen her ist das Windspiel sensibel, aufgeweckt, temperamentvoll, verschmust und wachsam. Windspiele sind keine Schlaftabletten und stellen daher auch Anforderungen, trotz ihre Größe, die erfüllt werden sollten damit die Tiere agil und gesund bleiben. Ich kann nur immer wieder sagen: Dies ist kein Paris Hilton  Hund - er gehört nicht in die Tasche, ist sportlich und seiner Größe entsprechend, robust. Sie brauchen kein Katzenklo, denn man kann und muss durchaus mit ihnen spazieren gehen wie mit jedem anderen Hund. Sie sind sehr physisch und suchen meist körperliche Nähe. Im Winter muss man sie eindecken um Erkältungen zu vermeiden (sie haben ja nichts auf den Rippen)

Leider ist diese Rasse auch zu einem Statussymbol verkommen und so sehen wir sie inzwischen selbst im Tierschutz, oft völlig unbemuskelt und verhuscht, da sie nie etwas kennen gelernt haben und nicht artgerecht gehalten wurden. Kreischende Nervenbündel, die sich kaum anfassen lassen, dazu selten stubenrein (ja, dazu neigen sie leider), die dann eine ganze Weile brauchen um wieder "zum Hund" zu werden.

Aufgrund ihrer geringen körperlichen Größe, allerdings oft gepaart mit einem Napoleon-Komplex, vergesellschafte ich sie nicht mit großen Hunden, da die Windspielchen oft sehr selbstbewußt sind und so schon mal in Teufels Küche geraten. Ansonsten sollten sie schon im Rudel leben, da sie sehr physisch sind und immer die körperliche Nähe, auch der anderen Hunde, suchen.

Unsere Windspiel nehmen inzwischen auch an unserem Besuchsdienst Hunde-auf-Rädern teil und sind im Bereich Wachkomapatienten bzw. Seniorenarbeit aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer Sauberkeit sehr gut geeignet.

Dadurch dass sie pathologische Fresser sind, kann man sie gut mit Leckerchen erziehen - und eines wird es mit einem Windspiel nie: Langweilig!